Neuigkeiten am MPA

Neue Simulationen enthüllen die Geheimnisse der „kleinen roten Punkte“

Viele massereiche Sterne waren einst Teil von Doppelsternsystemen, doch ihre spannende Vergangenheit war bisher oft nicht mehr nachvollziehbar. Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für Astrophysik und der Universität Bonn hat nun eine Methode entwickelt, um Sterne zu identifizieren, die einst Masse von einem Begleitstern aufgenommen haben. Diese Sterne erscheinen heute als Einzelobjekte, tragen aber die chemischen Spuren ihrer Vergangenheit als Doppelstern. Mithilfe eines einzigartigen „chemischen Fingerabdrucks“, der unabhängig von spezifischen Evolutionsmodellen ist, konnten die Forscher die Doppelstern-Geschichte massereicher Sterne rekonstruieren. Die Methode hat bereits den gut untersuchten Stern γ Columbae als ehemaligen Massegewinner neu klassifiziert und damit lang gehegte Annahmen über seinen Ursprung infrage gestellt. Zudem hat sie neue Einblicke in die Entwicklung des Vorläufers der Supernova SN 1987A geliefert.

Juma Kamulali ist der erste Doktorand in Astrophysik an der Kyambogo-Universität in Uganda. In Zusammenarbeit mit der Partnergruppe des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA) führte er bahnbrechende Forschungsarbeiten durch, in deren Rahmen er ein leistungsstarkes neues Tool für maschinelles Lernen namens MAISTEP vorstellte. Dieses ermöglicht die präzise Bestimmung von Sterneigenschaften anhand grundlegender Beobachtungsdaten. Durch die Anwendung dieser Methode auf Tausende von Muttersternen von Exoplaneten entdeckte Kamulali ein deutlicheres, tieferes „Radius-Tal” zwischen Super-Erden und Sub-Neptunen. Dies liefert neue Erkenntnisse über die Planetenentwicklung und den Atmosphärenverlust.

Am 8. Juli ehrte das Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) die beiden herausragenden Nachwuchswissenschaftler Teresa Braun und Aniket Bhagwat mit dem Kippenhahn-Preis. Sie wurden für ihre bahnbrechenden Arbeiten ausgezeichnet, durch die sie unser Verständnis der Sonne und des frühen Universums maßgeblich vorangebracht haben. Der Preis, der zur Förderung exzellenten wissenschaftlichen Schreibens und originellen Denkens ins Leben gerufen wurde, würdigt sowohl die Tiefe ihrer Entdeckungen als auch die Klarheit und Prägnanz ihrer Darstellung.

Die IAU hat die Preisträger ihrer jährlichen Doktorandenpreise bekannt gegeben. Unter ihnen ist die MPA-Postdoktorandin Claude Cournoyer-Cloutier, die für ihre Dissertation zum Thema „Dynamik und Rückkopplung massereicher Doppelsterne in jungen massereichen Sternhaufen“ ausgezeichnet wurde.

Der Europäische Forschungsrat (ERC) gab heute bekannt, dass zwei Forscher am Max-Planck-Institut für Astrophysik einen Advanced Grant erhalten. Damit können sie ihre ambitionierten Projekte vorantreiben. Eiichiro Komatsu, Direktor am MPA, wird im Rahmen des Projekts „NewPhysCMB“ neue Physik anhand des polarisierten Lichts der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung erforschen. Sherry Suyu, die auch Professorin an der Technischen Universität München ist, wird im Rahmen des Projekts „LENS-ON-FIRE“ die Hubble-Konstante, die Vorläufer von Supernovae vom Typ Ia sowie die Emissionen von durch Gezeitenkräfte zerrissenen Sternen in der Nähe von Schwarzen Löchern untersuchen. Insgesamt wurden 319 führende Forscher:innen aus ganz Europa ausgewählt, die im Rahmen des EU-Programms „Horizont Europa“ Fördermittel in Höhe von 838 Millionen Euro erhalten.

Max-Planck-Gesellschaft europaweit auf Platz fünf

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