Seltene oder ungewöhnliche astrophysikalische Objekte werden aufgrund ihrer extremen Eigenschaften dazu verwendet, die Grenzen theoretischer Modelle zu testen. Die helle Röntgenquelle SS433 in unserer Galaxie gehört zweifellos zu dieser Kategorie. Ursprünglich wurde sie als Hα-Quelle identifiziert, später erkannte man jedoch, dass es sich um ein Schwarzes Loch in einem Doppelsternsystem handelt. Seitdem ist SS433, das starke Strahlung im Radio- und Röntgenbereich abgibt, Ziel fast aller weltraum- und bodengestützten Observatorien. Dies hat zu einer Flut von Entdeckungen geführt. Im Gegensatz dazu ist der riesige W50-Nebel, der sie umgibt, viel schwächer und schwer zu untersuchen. Er erstreckt sich über mehr als zwei Grad am Himmel. Das vollständige Radiobild brachte W50 den Spitznamen „Manati-Nebel” ein. Röntgenkarten waren dagegen meist Ausschnitte verschiedener Observatorien oder wiesen eine unzureichende räumliche oder energetische Auflösung auf. Diese Schwäche wurde nun endlich durch die kürzlich veröffentlichte SRG/eROSITA-Karte von W50 in mehreren Röntgenfarben behoben. Sie zeigt eine wunderschöne Mischung aus thermischen und nicht-thermischen Prozessen innerhalb eines länglichen Kokons.
mehr