Physik oder Klavier?

14. September 2021

Anstatt eine musikalische Karriere zu verfolgen, erforscht die MPA-Postdoktorandin Tiara Battich die Prozesse im Inneren heißer Zwergsterne. mehr

Kosmologische Simulationen zeigen, dass das Wachstum von Galaxien im frühen Universum durch das Zusammenspiel von Gasakkretion auf Halos aus dunkler Materie und Materieausstoß durch Sterne und aktive galaktische Kerne (AGN) gesteuert wird. Während diese Prozesse in theoretischen Arbeiten routinemäßig behandelt werden, ist aus Beobachtungen noch wenig über den komplexen Austausch von Masse und Energie innerhalb der Halos von Galaxien bekannt, wo großräumiger Einfall (d.h. Akkretion) auf Ausfluss (d.h. Ausstoß) trifft. Vor kurzem konnte ein internationales Team von Astronomen das Halo-Gas eines massereichen Galaxiensystems, SMM J02399-0136, mit einem neuartigen Ansatz untersuchen. Diese Beobachtungen enthüllten – zum ersten Mal – den Einfall einer großen Masse von diffusem, hoch turbulentem, mehr-phasigem Gas in Richtung der Galaxien, das von starken Ausströmungen durchdrungen ist und sich mehr als zehnmal weiter ausdehnt als die Sternentstehungsgebiete der Galaxie. mehr

Die besonders hohe Empfindlichkeit, mit der das Spektrum-Röntgen-Gamma-Observatorium den Himmel im Röntgenbereich durchmustert, macht die Entdeckung von sehr seltenen und ungewöhnlichen Röntgenquellen möglich. Nach der kürzlich abgeschlossenen dritten Himmelsdurchmusterung identifizierten die Astronomen ein gigantisches, "rundes" Objekt mit dem Namen G116.6-26.1, dessen Winkelgröße acht Mal dem Mond entspricht. Seine physische Größe dürfte erstaunliche 600-700 Lichtjahren betragen. Die Autoren der Entdeckung nehmen an, dass es sich um den Überrest einer thermonuklearen Supernova handelt, die vor etwa 40.000 Jahren explodierte. Die Quelle befindet sich hoch über der Scheibe unserer Galaxis, höchstwahrscheinlich im heißen Gas des Milchstraßen-Halos, das nur eine geringe Dichte aufweist. Aufgrund dieser ungewöhnlichen Umgebung ist der Überrest im Röntgenlicht fast zehnmal heller als naive Modelle vorhersagen würden. Dieser und ähnliche Überreste (falls noch weitere gefunden werden) eröffnen einen neuen Weg zur Erforschung des schwer greifbaren, heißen Gas-Halos unserer Galaxie. mehr

Benard Nsamba erhält prestigeträchtige Förderung, um Sterne zu erforschen und Jugendliche in Uganda zu inspirieren mehr

Astronomen haben eine seltene Sichtung gemacht: Aufgrund der verräterischen Tropfenform eines Sterns werden er und sein Begleitstern ein explosives Ende finden. Die charakteristische Form wird durch einen nahen, massereichen Weißen Zwergstern verursacht, der den Stern aufgrund seiner intensiven Schwerkraft verformt. Dies ist auch der Katalysator für die schlussendliche Supernova sein wird, die beide verschlingen wird. Das Sternsystem wurde von einem internationalen Team von Astronomen und Astrophysikern unter der Leitung der University of Warwick gefunden. Es handelt sich hierbei um eines der wenigen bekannten Sternsysteme, bei denen eines Tages der Kern eines Weißen Zwergsterns erneut zündet. Astronomen am MPA bestätigten das endgültige Schicksal des Sterns mit theoretischen Modellierungen. mehr

Das Röntgen-Weltraumobservatorium Spektrum-Roentgen-Gamma (SRG) erhält den Marcel-Grossman-Preis „für die Erstellung der weltbesten Röntgenkarte des gesamten Himmels, für die Entdeckung von Millionen bisher unbekannter akkretierender supermassereicher Schwarzer Löcher bei kosmologischen Rotverschiebungen, für die Entdeckung der Röntgenstrahlung von Zehntausenden von Galaxienhaufen, die hauptsächlich mit Dunkler Materie gefüllt sind, und für die Ermöglichung der detaillierten Untersuchung des Wachstums der großskaligen Struktur des Universums während der Dominanz der Dunklen Energie“. mehr

Das Gas in und um Galaxien kann mit Studien der Absorptionslinien im Licht von Hintergrund-Quasaren untersucht werden. Wissenschaftler am MPA haben nun eine große Stichprobe aus dem SDSS DR16 verwendet, um Absorber in Hintergrund-Quasaren automatisch zu erkennen und sie mit Vordergrundgalaxien in Verbindung zu bringen. Ihre Analyse zeigt, dass kühles zirkumgalaktisches Gas für Galaxien mit hoher Sterneentstehung einen anderen physikalischen Ursprung hat als für passive Galaxien. mehr

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