Die heutige Expansionsrate des Universums wird durch die sogenannte Hubble-Konstante beschrieben; allerdings liefern verschiedene Techniken inkonsistente Ergebnisse, wie schnell sich unser Universum tatsächlich ausdehnt. Ein internationales Team unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA) hat nun zwei Gravitationslinsen als neue Werkzeuge eingesetzt, um die Abstände zu Hunderten von beobachteten Supernovae zu kalibrieren, und damit einen relativ hohen Wert für die Hubble-Konstante gemessen. Während die Unsicherheit noch relativ groß ist, ist dieser Wert höher als der auf Basis des kosmischen Mikrowellenhintergrundes. mehr

Das SRG (Spektrum-Röntgen-Gamma) Weltraumobservatorium hat vor kurzem mit dem ersten der sieben eROSITA-Teleskopmodule eines seiner zahlreichen Tests durchgeführt und einen kleinen Ausschnitt des extragalaktischen Himmels beobachtet. Die Ergebnisse stimmen mit den Erwartungen aus der Entwicklungsphase überein. Die Arbeiten zur Inbetriebnahme weiterer Module sind noch im Gange und werden in den kommenden Wochen abgeschlossen werden, so dass noch im Laufe dieses Jahres mit der vierjährigen Himmelsdurchmusterung begonnen werden kann. mehr

Heißes Plasma füllt den gesamten Raum in Galaxienhaufen und macht sie zu starken Quellen für Röntgenstrahlung. Während Dichte und Temperatur dieses Gases leicht gemessen werden können, sind seine Materialeigenschaften wie Viskosität und thermische Leitfähigkeit weitgehend unbekannt. Das Problem ist die wenig verstandene Rolle der schwachen Magnetfelder, die das Gas durchdringen. Solche Felder sind zu schwach, um die Bewegungen des Gases großflächig direkt zu beeinflussen, sie können aber die mikroskopischen Eigenschaften des Plasmas verändern. Jüngste Langzeitbeobachtungen des Coma-Galaxienhaufens im Röntgenbereich haben gezeigt, dass dies tatsächlich der Fall ist: das Verhalten des Gases unterscheidet sich deutlich von den Erwartungen an nicht magnetisiertes Plasma. mehr

Das Abdus Salam International Centre for Theoretical Physics in Triest hat die Dirac-Medaille und den Dirac-Preis 2019 an drei Physiker verliehen, deren Forschung die moderne Kosmologie entscheidend geprägt hat. Rashid Sunyaev (Max-Planck-Institut für Astrophysik) teilt sich den Preis mit Viatcheslav Mukhanov (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Alexei Starobinsky (Landau Institute for Theoretical Physics) für "ihre herausragenden Beiträge zur Physik des Kosmischen Mikrowellenhintergrunds (CMB) mit experimentell getesteten Implikationen, die dazu beigetragen haben, die Kosmologie in eine wissenschaftliche Präzisionsdisziplin zu verwandeln, indem sie mikroskopische Physik mit der großräumigen Struktur des Universums verbinden". Alle drei Gewinner haben wichtige Beiträge zum Verständnis des frühen Universums im Kontext der inflationären Kosmologie geleistet. mehr

Neue kosmologische Simulationen umfassen nun auch den Einfluss der Strahlung junger Sterne auf das interstellare Gas bei der Bildung und Entwicklung von Quasaren und massereichen Galaxien. Wie das internationale Wissenschaftlerteam zeigen konnte, ändert die Strahlung der Sterne sowohl die Eigenschaften der Wirtsgalaxie des Quasars als auch deren Satellitengalaxien. Die Satellitengalaxien werden durch die Wirkung der intensiven Strahlung junger Sterne diffus und sind weniger stark gebunden. Folglich werden solche Satellitengalaxien leichter durch die starken Gezeitenkräfte der Wirtsgalaxie zerstört und kommen daher seltener vor. mehr

Während des diesjährigen MPA-Sommerfestes wurde Aoife Boyle der Kippenhahn-Preis 2018 für die beste Veröffentlichung durch einen Studenten am MPA überreicht für ihre Arbeit über "Understanding the Neutrino mass constraints achievable by combination CMB lensing and spectroscopic galaxy surveys". Die Auswahlkommission war sehr beeindruckt von der Publikation, die sie als Einzelautorin veröffentlichte, was in der heutigen Verlagskultur recht selten ist. Der Kippenhahn-Preis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben und würdigt die herausragende Publikation eines MPA-Studenten. mehr

Am 13. Juli 2019, um 14:31 Uhr MESZ, wurde die russisch-deutsche Satellitenmission Spektrum-RG vom Kosmodrom in Baikonur mit einer Proton-Rakete gestartet. Das Weltraumobservatorium trägt zwei Röntgenteleskope: eROSITA, gebaut vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (Garching, Deutschland), und ART-XC, gebaut vom Space Research Institute (Moskau, Russland). Nach dem spektakulären Start erreichte die Raumfähre ihre 3-Achsen-Stabilisierung und begann ihre 100-tägige Reise zum Lagrange-Punkt L2 des Sonne-Erde-Systems. mehr

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