Prof. Dragan Huterer verbringt derzeit sein Sabbatical von der University of Michigan in der Kosmologie-Gruppe am MPA. Gefördert durch den Friedrich-Wilhelm-Bessel-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung, erhofft er sich neue Anregungen für die Erforschung der Expansionsgeschichte des Universums sowie genug Zeit, um ein Kosmologie-Lehrbuch zu schreiben. mehr

Zoom auf Dunkle Materie

2. September 2020

Computersimulation zeigt, dass große und kleine Halos aus dunkler Materie erstaunlich ähnlich sind mehr

Über den Ursprung der mysteriösen schnellen Radioblitze (engl.: Fast Radio Bursts oder FRBs) wird seit ihrer Entdeckung im Jahr 2007 debattiert. Eine Theorie, die an der Columbia University und am MPA entwickelt wurde, legt nahe, dass FRBs durch Druckwellen von aufflackernden Magnetaren – Neutronensternen mit ultrastarken Magnetfeldern – ausgelöst werden. Am 28. April 2020 wurde ein FRB von SGR 1935+2154, einem bekannten Magnetar in unserer Galaxie, entdeckt. Ein neues numerisches Experiment zeigt, wie sich Störungen in einem Magnetar ausbreiten und schließlich zu einer magnetischen Explosion – und einem Radioausbruch wie bei dem jetzt beobachteten – führen können. mehr

Astronomen am Max-Planck-Institut für Astrophysik haben mit dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) eine extrem weit entfernte und daher sehr junge Galaxie entdeckt, die unserer Milchstraße überraschend ähnlich sieht. Die Galaxie ist so weit entfernt, dass ihr Licht mehr als 12 Milliarden Jahre gebraucht hat, um uns zu erreichen: Wir sehen sie so, wie sie war, als das Universum gerade einmal 1,4 Milliarden Jahre alt war. Außerdem ist sie überraschend wenig chaotisch und widerspricht den Theorien, dass alle Galaxien im frühen Universum turbulent und instabil waren. Diese unerwartete Entdeckung stellt unser Verständnis der Entstehung von Galaxien in Frage und gibt uns neue Einblicke in die Vergangenheit unseres Universums. mehr

Wenn interstellares Gas auf ein supermassereiches Schwarzes Loch fällt, setzt es riesige Energiemengen frei – so viel, dass das Gasreservoir einer Galaxie zum großen Teil ausgestoßen werden kann. Letztlich können supermassereiche Schwarze Löcher sich selbst auf diese Weise von weiterem Nachschub abschneiden und das Ende ihres eigenen Wachstums und des Wachstums ihrer Wirtsgalaxien herbeiführen. Ein neues Modell, das am MPA entwickelt wurde, ermöglicht es nun, Winde, die durch akkretierende Schwarze Löcher beschleunigt werden, in Simulationen der Galaxienentwicklung auf physikalisch genaue und validierte Weise zu simulieren. Indem die Winde dichtes Gas aus dem galaktischen Kern blasen und das Einströmen aus dem galaktischen Halo stoppen, spielen die Winde eine entscheidende Rolle dabei, wie sich die Wirtsgalaxie des Schwarzen Lochs entwickelt. mehr

Zwei Astronomenteams sind einem 33 Jahre alten Rätsel um die Supernova 1987A mit überzeugenden Argumenten auf der Spur. Basierend auf Beobachtungen mit ALMA und einer theoretischen Folgestudie liefern die Wissenschaftler neue Erkenntnisse dafür, dass sich ein Neutronenstern tief in den Überresten des explodierten Sterns verbirgt. Dies wäre der jüngste bisher bekannte Neutronenstern in unserer kosmischen Nachbarschaft. mehr

Die MPA-Astrophysikerin Sherry H. Suyu erhält 2021 den Lancelot M. Berkeley-New York Community Trust Preis für verdienstvolle Arbeiten in der Astronomie. Seit 2011 wird der Berkeley-Preis jährlich von der American Astronomical Society (AAS) verliehen und durch ein Stipendium des New York Community Trust unterstützt. Der Preis ist verbunden mit einer Geldprämie und einer Einladung zu einem Plenarvortrag auf der Wintertagung der AAS, dem "Super Bowl of Astronomy". Die 237. AAS-Sitzung findet vom 11. bis 15. Januar 2021 virtuell statt. mehr

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