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Hochsprung-Award zeichnet Firmengründung durch Informationsfeldtheorie aus

17. Oktober 2018

Inspiriert durch eine Vorlesung über Informationsfeldtheorie gründeten zwei ehemalige MPA-Doktoranden das erfolgreiche Start-up IPT. Für diese Art des Wissenstransfers wurden sowohl die Firmengründer, als auch ihr ehemaliger Betreuer nun durch den Hochsprung-Award ausgezeichnet, der vom Entrepreneurship-Netzwerk der bayerischen Hochschulen am 17.10. verliehen wurde.

Die Daten astronomischer Messgeräte zu entschlüsseln und in möglichst präzise Erkenntnisse über das Universum zu übersetzen ist ein komplexes mathematisches Problem. Zur dessen optimaler Lösung wurde am MPA die Informationsfeldtheorie von Torsten Enßlin entwickelt. Mit ihrer Hilfe können genauere Karten des Kosmos erstellt werden und die Messergebnisse unterschiedlicher Instrumente kombiniert werden. Seine rein auf die Grundlagenforschung ausgerichtete Vorlesung zu diesem Thema hat allerdings zu sehr anwendungsorientierten Aktivitäten geführt: zwei ehemalige Doktoranden des MPA, Maksim Greiner und Theo Steininger sowie die Ingenieurin Isabell Franck gründeten nach ihrem Studium das Start-up „IPT - Insight Perspective Technologies GmbH“.

Die Firma benutzt dabei die Bayes'sche Wahrscheinlichkeitsrechnung, die auch die Grundlage der für die astronomische Forschung entwickelte Informationsfeldtheorie ist. Statt Grundlagenforschung setzen die Jungunternehmer auf Informationstheorie aufbauende Methoden in industriellen Anwendungen ein, wie sie bereits eindrucksvoll demonstrieren konnten. Als Services bietet das Start-up Unternehmen Datenanalyse, Maschinenlernen und datenbasierte Vorhersagemodelle an.

Torsten Enßlin (mit Mikrofon) gratuliert seinem ehemaligen Doktoranden Maksim Greiner (links) zum Hochsprung-Award. Ebenfalls auf dem Podium, von links: Ministerialdirigent Dr. Johannes Eberle, Verena Mechau (Hochsprung) und Lucia De Grandi (Hochsprung). Bild vergrößern

Torsten Enßlin (mit Mikrofon) gratuliert seinem ehemaligen Doktoranden Maksim Greiner (links) zum Hochsprung-Award. Ebenfalls auf dem Podium, von links: Ministerialdirigent Dr. Johannes Eberle, Verena Mechau (Hochsprung) und Lucia De Grandi (Hochsprung).

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Dieser erfolgreiche Wissenstransfer wurde am 17.10. durch den Hochsprung-Award ausgezeichnet. Gegründet im Jahr 2000 im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern, ist HOCHSPRUNG das Entrepreneurship-Netzwerk der bayerischen Hochschulen. Erstmalig im Jahr 2015 vergeben, prämiert der HOCHSPRUNG-Award seit 2018 im jährlichen Wechsel „Entrepreneurship-Enabler“ und „Hochschul-Start-ups“. In diesem Jahr wurden hierfür erstmalig Start-ups gesucht, deren Gründungsprojekt durch eine Lehrveranstaltung an einer öffentlichen oder privaten bayerischen Hochschule inspiriert wurde – in diesem Fall der Vorlesung "Information Field Theory" von Torsten Enßlin an der LMU.

"Diese Firmengründung zeigt schön, wie relevant ein rein auf Erkenntnisgewinn über das Universum ausgerichtetes Forschungsumfeld für die Wirtschaft sein kann," resümiert Torsten Enßlin. "Die Idee für ihre Gründung haben diese drei Bayesianer schon während ihrer Promotionen entwickelt."

 
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