Eiichiro Komatsu mit Hayashi-Chūshirō-Preis ausgezeichnet

25. März 2015

Am 19. März, ehrte die Astronomical Society von Japan MPA-Direktor Eiichiro Komatsu mit dem "Hayashi-Chūshirō-Preis" während der jährlichen Frühjahrstagung an der Universität Osaka. Der Preis wird an Wissenschaftler verliehen, die wichtige Beiträge zu den Bereichen Astronomie und Astrophysik geleistet haben. Der Hayashi-Chūshirō-Preis wurde 1996 gegründet, mit einem Teil des Preisgeldes für den Kyoto-Preis, den Hayashi 1995 erhielt. Komastu ist der 19. Preisträger dieser prestigeträchtigen Auszeichnung.

MPA-Direktor Eiichiro Komatsu bei der Preisverleihung.

Die Astronomical Society von Japan erkennt damit die Beiträge von Eiichiro Komatsu zur "Präzisionskosmologie auf der Basis des kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung" an, die das Echo des Urknalls zu Beginn des Universums darstellt. Komatsu analysierte und interpretierte die CMB-Daten, die von der WMAP-Satellitenmission gemessen wurden, und bestimmte insbesondere die kosmologischen Parameter und überprüfte Theorien der Inflation.

Bei Analyse des CMB wird üblicherweise angenommen, dass die kleinen Temperaturschwankungen, die Signaturen der winzigen primordialen Dichteschwankungen, in einem Gauss'schen Zufallsfeld verteilt sind. Während einige Inflationsszenarien vorhersagen, dass die Schwankungen in der Tat nahezu Gauss-verteilt sein sollten, gibt es bei komplexeren Modellen Abweichungen von einem Gauss-Feld. Das Vorhandensein von nicht-Gauss’schen Anteilen in dem beobachteten CMB ist daher ein leistungsfähiger Test für verschiedene Inflationsmodelle. Komatsu leistete Pionierarbeit dabei die Inflation mit nicht-Gauss’schen Merkmalen im CMB zu testen.

Die Hayashi-Chūshirō-Preis-Medaille

Von 2001 bis 2010 arbeitete Komatsu als wichtiges Mitglied im WMAP-Team an der Datenanalyse und der theoretischen Interpretation. Er war Erstautor einiger oft zitierter WMAP-Veröffentlichungen. Einer seiner wichtigsten Beiträge war es zu zeigen, dass die Verteilung der CMB-Temperaturen, wie sie von WMAP gemessen wurde, in der Tat einer Gauss'schen Statistik mit hoher Genauigkeit folgt. Dies liefert die stärksten Hinweise darauf, dass die Strukturen im Universum aus Quantenfluktuationen während der Inflationsphase stammen.

Der Preis ist nach Professor Hayashi Chūshirō (1920-2010) benannt, einem international anerkannten Astrophysiker, der für seine Beiträge zur Nukleosynthese des frühen Universums, der Sternentwicklung, und der Bildung des Sonnensystems bekannt ist. Mit seinem astrophysikalischen Berechnungen zeigte er, dass junge Sterne nach ihrer Protostern-Phase im Hertzsprung-Russell-Diagramm einer bestimmten Kurve (der Hayashi-Linie) folgen, wenn sie sich zusammenziehen bei abnehmender Leuchtkraft eine nahezu konstante Oberflächentemperatur behalten, bis schließlich die Kernfusion in ihrem Kern Energie produziert. Eng damit verbunden ist die Hayashi-Grenze, eine Zone im Hertzsprung-Russell-Diagramm, in dem keine Sterne im hydrostatischen Gleichgewicht gefunden werden können.

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