IAU-Doktorandenpreis für MPA-Postdoktorandin Claude Cournoyer-Cloutier
Die IAU hat die Preisträger ihrer jährlichen Doktorandenpreise bekannt gegeben. Unter ihnen ist die MPA-Postdoktorandin Claude Cournoyer-Cloutier, die für ihre Dissertation zum Thema „Dynamik und Rückkopplung massereicher Doppelsterne in jungen massereichen Sternhaufen“ ausgezeichnet wurde.
Im Gegensatz zu unserer alleinstehenden Sonne entstehen die meisten Sterne als Doppelsterne innerhalb von Sternhaufen. Massereiche Sterne entstehen fast immer als enge Doppelsterne, bei denen ein Massentransfer stattfindet. Dieser beeinflusst und bestimmt ihre weitere Entwicklung sowie die Art und Weise, wie und wann sie Energie an ihre Wirtsgalaxie zurückgeben. Dadurch wird die Sternentstehung reguliert. Darüber hinaus muss auch der Sternhaufen berücksichtigt werden, in dem sich die Sterne bilden. Denn die Sternendynamik in dichten Sternhaufen kann Doppelsterne zerstören oder ihre Umlaufbahnen verändern.
In ihrer Dissertation nutzte Dr. Cournoyer-Cloutier Simulationen aus den Bereichen Hydrodynamik, Sternentstehung, Sterndynamik und Sternentwicklung, um die Wechselwirkung zwischen Doppelsternen und ihren Wirtshaufen während der Entstehung der Sternhaufen zu untersuchen. Sie fand heraus, dass die großräumige Gasumgebung die Entstehung von Sternhaufen dominiert. Dies hat zur Folge, dass weniger Sterne mit geringer und mittlerer Masse in Doppelsternsystemen vorkommen, im Einklang mit den geringen Anteilen an Doppelsternsystemen, die in älteren Sternhaufen beobachtet werden. Massereiche Sterne hingegen weisen einen hohen Doppelsternanteil auf. Aufgrund des Massentransfers geben sie mehr Energie an ihre Umgebung ab, als von Modellen zur Entwicklung einzelner Doppelsterne vorhergesagt wird. Sterndynamik und die Entwicklung von Doppelsternsystemen spielen daher eine wesentliche Rolle für das Verständnis der Entstehung massereicher Sternhaufen in Galaxien.
Die IAU-Abteilung H (Interstellare Materie und Lokales Universum) würdigte den innovativen Charakter der Studie von Cournoyer-Cloutier. Jede der neun IAU-Abteilungen wählt einen Gewinner sowie ehrenvolle Erwähnungen aus Kandidaten aus, deren Dissertationen die bemerkenswertesten und einflussreichsten Arbeiten ihres Fachgebiets im vergangenen Jahr darstellen. Der IAU-Doktorandenpreis steht allen Nachwuchswissenschaftlern offen. Zur Würdigung ihrer Leistungen werden die Preisträger:innen eingeladen, ihre Arbeiten während der „Division Days” auf der XXXIII. IAU-Generalversammlung vorzustellen, die vom 10. bis 19. August 2027 in Rom, Italien, stattfindet.













