Rashid Sunyaev erhält Fritz-Zwicky-Preis
Die Europäische Astronomische Gesellschaft gab heute bekannt, dass der Fritz-Zwicky-Preis für Astrophysik und Kosmologie 2026 an Prof. Rashid Sunyaev für seine bahnbrechenden Arbeiten zur kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung und zur Theorie der Scheibenakkretion verliehen wird.
Der Fritz-Zwicky-Preis für Astrophysik und Kosmologie ehrt Wissenschaftler, die grundlegende und herausragende Ergebnisse im Bereich der Astrophysik und/oder Kosmologie erzielt haben. Der Fritz-Zwicky-Preis wird von der Europäischen Astronomischen Gesellschaft im Auftrag der Fritz-Zwicky-Stiftung in Glarus, Schweiz, verliehen.
Prof. Rashid Sunyaevs Forschung deckt ein breites Spektrum astrophysikalischer Fragestellungen ab, von elementaren Prozessen bis hin zur physikalischen Kosmologie. Zu seinen zahlreichen bahnbrechenden Ergebnissen zählen die „Standard“-Theorie der Scheibenakkretion auf Schwarze Löcher und Neutronensterne (Shakura und Sunyaev 1973, 1976), die Sunyaev-Titarchuk-Formel (1980), die die Strahlungsspektren beschreibt, die durch die Comptonisierung von Photonen niedriger Frequenz in Hochtemperaturplasma entstehen, sowie die Sunyaev-Zeldovich-Vorhersage (1970) von akustischen Oszillationen in der Winkelverteilung der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung über den Himmel und von baryonischen akustischen Oszillationen in der räumlichen Verteilung von Galaxien. Im Jahr 1982 widmete sich Prof. Sunyaev der experimentellen Röntgen- und Gammastrahlenastronomie, wo er zahlreiche wichtige Entdeckungen machte. Er war wissenschaftlicher Leiter der astrophysikalischen Observatorien MIR/KVANT, GRANAT, INTEGRAL und eROSITA/SRG, die zu bedeutenden wissenschaftlichen Ergebnissen in der Hochenergie-Astrophysik führten.
Prof. Rashid Sunyaev ist ein deutscher, russischer und sowjetischer Astrophysiker tatarischer Abstammung. Nach seinem Masterabschluss am Moskauer Institut für Physik und Technologie (MIPT) im Jahr 1966 erwarb er 1968 am MIPT den Grad eines Kandidaten der Wissenschaften in Physik und Mathematik und 1973 an der Staatlichen Universität Moskau den Grad eines Doktors der Wissenschaften in Physik und Mathematik (in Russland Voraussetzung für eine Vollprofessur). Im Jahr 1974 wurde er Professor am MIPT. Mehrere Jahre lang arbeitete er als Wissenschaftler am Keldysch-Institut für Angewandte Mathematik und ab 1973 am Moskauer Institut für Weltraumforschung. Seit 1992 ist er dessen leitender Wissenschaftler. Gleichzeitig wurde er 1996 Direktor des Max-Planck-Instituts für Astrophysik (MPA) in Garching und ist seit 2010 Maureen-und-John-Hendricks-Distinguished-Visiting-Professor an der School of Natural Sciences des Institute for Advanced Study in Princeton. Derzeit ist er emeritierter Direktor des MPA.











