Neben den spektakulären Schwarzen Löchern, die energiereiche, veränderliche Ereignisse erzeugen, sollte es noch sehr viel mehr ruhige Schwarze Löcher geben, die nur durch den Einfluss ihrer Schwerkraft auf Begleitsterne nachweisbar sind. Bisher hat die ESA-Mission Gaia drei solche Doppelsternsysteme mit ruhenden Schwarzen Löchern identifiziert. Im Dezember dieses Jahres werden möglicherweise viele weitere veröffentlicht. Zwei dieser Systeme stellen jedoch eine große Herausforderung für unser Verständnis der Entwicklung von Doppelsternsystemen dar, da sie eine unerwartet große Umlaufbahn und ein extremes Massenverhältnis aufweisen. Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts für Astrophysik schlägt eine Lösung vor. Wenn der Großteil der Materie, die von dem massereichen Stern übertragen wird, das System verlässt, ohne dabei einen signifikanten Anteil des orbitalen Drehimpulses mitzunehmen, kann das Doppelsternsystem überleben, ohne dass sich seine Umlaufbahn verkleinert oder die Sterne verschmelzen. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein Massenverlust mit niedrigem Drehimpuls auch in anderen Systemen eine wichtige Rolle spielen könnte. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf unser Verständnis der Entwicklung von Doppelsternsystemen.
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