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Licht vom Anfang der Welt: Können Sternexplosionen das
Universum vermessen?,
W. Hillebrandt, Öffentlicher Abendvortrag in der Reihe
,,Physik Modern 2001'', LMU München, Mai 2001
Supernovaexplosionen sind die bei weitem energiereichsten Ereignisse in
unserer kosmischen Nachbarschaft. Sie sind für die Entstehung der
meisten chemischen Elemente verantwortlich, und sie bestimmen
ganz wesentlich den Energiehaushalt der Materie zwischen den Sternen.
Ihre außergewöhnliche Leuchtkraft, im Maximum
erreichen sie fast die Helligkeit einer ganzen Galaxie, macht sie im
Prinzip zu idealen Maßstäben für die Bestimmung
unseres Abstandes von den entferntesten Galaxien und damit auch zur
Festlegung kosmologischer Parameter, wie der Expansionsrate
und der mittleren Materiedichte des Universums (die allerdings
noch viel genauer durch die Vemessung des kosmischen
Mikrowellenhintergrunds bestimmt werden kann). Voraussetzung
hierfür ist, daß alle Supernovae genähert gleich hell
sind und wir sie deshalb als ,,Standardkerzen'' verwenden können.
Mit Hilfe spezieller Suchprogramme hat man inzwischen viele solcher
weit entfernter Supernovae identifiziert und auf diese Weise die
derzeit wohl zuverlässigsten Werte für das Alter des
Universums und seine geometrische Struktur bestimmt.
Doch die Ergebnisse waren
sehr überraschend. Wir scheinen in einem Universum zu leben,
das wegen einer neuen unbekannten Energieform beschleunigt
expandiert. Darüber hinaus werden auch die neuesten Ergebnisse der
Vermessung des Mikrowellenhintergrundes vorgestellt.
Weltraumastronomie: Ein Fenster zum Universum.,
W. Hillebrandt, Vortrag gehalten bei
25. Edgar-Lüscher-Physikseminar, Gymnasium
Zwiesel, April 2001
Weltraum-gestützte Beobachtungen sind heute ein unerlässliches
Hilfsmittel der Astronomie. Sie sind nötig, weil die Erdatmosphäre
für den größten Teil des elektromagnetischen Spektrums
undurchsichtig ist oder sie die auf der Erde ankommenden Daten
verfälscht. Sie erlauben der Astrophysik eine umfassendere
Sicht der Planeten, Sterne, Galaxien und selbst der Entwicklung des
Kosmos. Beispiele sind die Ergebnisse der Gamma- und Röntgenteleskope
``Compton-GRO'' und ``Rosat'' oder auch das Weltraumteleskop ``Hubble''.
Einige der wichtigsten Erfolge der Weltraumastronomie in den letzten
Jahren werden vorgestellt, und ein Ausblick auf zukünftig noch
zu erwartende neue Erkenntnisse wird gegeben.
Ballett der Galaxien,
Felix S. Stoehr and Simon D. M. White, Mai 2001, Sterne und Weltraum.
Immer bessere Beobachtungen enthüllen die Geheimnisse des Ursprungs und der
Entwicklung von Galaxien und großen Strukturen im Universum. Supercomputer
erlauben es heute, die komplizierten zugrundeliegenden Vorgänge zu verfolgen und
so die Brücke zwischen Beobachtung und Theorie zu schlagen.
Entdeckungsreise mit dem Computer:
Dem Rätsel der Supernovae auf der Spur,
Hans-Thomas Janka, Konstantinos Kifonidis und Ewald Müller,
Mai 2001, Sterne und Weltraum.
Computermodelle sind aus der modernen Astrophysik nicht mehr wegzudenken.
Die extremen Bedingungen in astrophysikalischen Objekten sind für die irdische
Laborphysik nur in sehr seltenen Fällen zugänglich. Das direkte Experiment
an kosmischen Objekten ist nicht möglich. Daher müssen modernste Superrechner helfen, die
komplizierten Vorgänge durch Anwendung bekannter physikalischer Gesetze nachzuvollziehen und
der menschlichen Anschauung zugänglich zu machen. Manchmal kommt es dabei sogar
zu unerwarteten Entdeckungen.
Am Max-Planck-Institut für Astrophysik wird versucht, die Geheimnisse
explodierender Sterne mit aufwendigen Computersimulationen zu lüften.
Trotz einer Flut von Beobachtungsdaten durch das Jahrhundertereignis der Supernova 1987A sind die
genauen Prozesse, die beim Gravitationskollaps und der Explosion massereicher Sterne ablaufen,
nach wie vor nicht zufriedenstellend geklärt.
Supernovaexplosionen massereicher Sterne,
Hans-Thomas Janka und Ewald Müller, Physik in unserer
Zeit.
Supernovaexplosionen beenden die Entwicklung massereicher Sterne,
sind aber gleichzeitig die Geburtsstätte von Neutronensternen und
Schwarzen Löchern, deren gravitative Bindungsenergie durch Neutrinos
abgestrahlt wird. Numerische Simulationen auf modernsten
Supercomputern ermöglichen es, die komplizierten Vorgänge besser
zu verstehen.
Fitting the Universe on a Supercomputer,
S.D.M. White and V. Springel, Computing in Science and Engineering,
Vol. 1.p. 36, March/April 1999
Simulations run on the largest available parallel supercomputers are answering the question of how
today's rich cosmic structure developed from a smooth, near featureless early universe. Two such
simulations illustrate how algorithm and implementation strategies can be optimized for specific
cosmological problems.
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Das kosmologische Standardmodell,
G.Börner, Febr. 1999, Vortrag im bayerischen Fernsehen
Die Kosmologie ist eine ganz besondere Wissenschaft. Da ihr Forschungsgegenstand die Struktur und
Dynamik des Universums als Ganzes ist, befasst sie sich definitionsgemäss mit einem einzigartigen Objekt
und einem einzigartigen Ereignis. Jeder Physiker wäre unglücklich, müsste er seine
Theorien auf ein einzelnes unwiederholbares Experiment stützen. Die Kosmologen können mit
Sternen und Galaxien nicht einfach experimentieren. Sie entwerfen stattdessen ein Modell, in dessen
Rahmen die Beobachtungen erst verständlich werden. Andererseits wird das Modell durch astronomische
Beobachtungen auf seine Konsistenz hin überprüft. Dieses Verfahren führt zum Erfolg, weil
das beobachtete Universum eine sehr einfache Grundstruktur aufweist.
Die Entstehung der Strukturen im Universum,
G.Börner, Febr. 1999, Vortrag im bayerischen Fernsehen
Das heisse Gemisch aus Strahlung und Materie in der Nähe des Urknalls war nahezu strukturlos.
Durch die rasche Ausdehnung und Abkühlung der Urmaterie konnten im Laufe der Zeit komplexere
Strukturen entstehen. Einige Sekunden nach dem Urknall begann die Bildung der Atomkerne von
Deuterium, Helium und Lithium, die nach etwa drei Minuten abgeschlossen war. Die theoretische
Vorhersage, dass dann die Elemente Helium und Wasserstoff etwa im Verhältnis eins zu dreizehn
vorhanden sind, stimmt mit den heutigen astronomischen Beobachtungen überein. Etwa 300 000 Jahre
nach dem Urknall war die Temperatur der Strahlung auf 4500 Grad abgesunken. Strahlung und Materie
entkoppelten, die ersten Atome entstanden, und die Materie konnte, der Schwerkraft folgend, sich zu
dichteren Objekten zusammenklumpen. Auf diese Weise entstanden aus anfänglich kleinen Schwankungen
der Massenverteilung schliesslich Galaxien und Sterne. In vielen Details ist die Galaxienbildung noch nicht
verstanden. Dies ist ein aktuelles Forschungsgebiet der Kosmologie, an dem auch an meinem Institut, dem
Max-Planck-Institut für Astrophysik, intensiv gearbeitet wird.
Die erste Sekunde,
G.Börner, Febr. 1999, Vortrag im bayerischen Fernsehen
Eine Sekunde nach dem Urknall herrschten im Kosmos Bedingungen, die mit bekannten physikalischen
Gesetzen zu beschreiben sind. Für die nachfolgende Entwicklung des Universums haben die Kosmologen
ein Modell entwickelt, das in sich stimmig ist und bisher auch zu allen astronomischen Beobachtungen passt.
Die ersten Sekundenbruchteile nach dem Urknall sind dagegen ein gedankliches Experimentierfeld für
neue spekulative Theorien. Wenn das Standardmodell immer weiter in Richtung auf den Urknall verfolgt
wird, so müssen thermische Energien betrachtet werden, die weit über den in Beschleunigern
erreichbaren liegen. Das Verhalten der Elementarteilchen bei extrem hohen Energien ist grundlegend für
das Verständnis dieser Phase.
Singularities of Space time,
G.Börner, Jan. 1999, Textbook Contribution
Einstein's theory of gravitation, the theory of general relativity (GR) predicts two remarkable and
unexpected geometrical singularities: the origin of the universe in a singularity, the so-called
"big bang", and the existence of "black holes", regions of space-time which are cut-off from the rest
of the world by a one-way "membrane" through which no physical information can flow outwards.
The state of matter is also singular in these configurations, because distances shrink to zero, and
densities increase to infinity. These physical singularities of space-time are so extraordinary, even
revolutionary, that it took quite some time, before the physics community could accept them as serious
facts. It is the basic belief of physicists that all natural quantities are finite and well defined.
Singularities occurring in physical theories are considered to be a consequence of an unsatisfactory
mathematical formulation, or of an inherent incompleteness. In that sense GR predicts its own
downfall, the limits of its validity.
Image and Reality in Cosmology,
S.White, Wissenschaft, Bildung, Politik (Band 2) "Virtualität und
Realität" Bohlav, Wien 1998
Because of the nature of the objects they treat, astronomers and cosmologists build and test theoretical
models in a different way from scientists in other domains. In the following essay I discuss how these
differences blur the distinctions between image and reality and observer and observed.
Naturwissenschaftliche Bildung und Medien,
G.Börner, Nov. 1998, Vortrag am Akademiker Zentrum,
München.
Was heisst naturwissenschaftliches Denken und damit auch naturwissenschaftliche Bildung? In welcher
Weise können Neue Medien hier einwirken?
Unter dem Begriff "Neue Medien" möchte ich mich auf den nicht mehr so neuen Computer beschränken
und auf die vielfältigen Anwendungen bei Modellbildung, Simulationen, bildgebenden Verfahren und
besonders die wirklich neuen Möglichkeiten der Nutzung des Internet, des einfachen Zugriffs auf das
Wissen unserer Zeit.
Nicht betrachten möchte ich die technische Anwendung, bei der die Rolle der Computer ganz
offensichtlich ist - in den Konstruktionsverfahren, den Optimierungslösungen -, sondern einige Aspekte
der Grundlagenforschung. Sie werden mir hoffentlich verzeihen, dass ich dabei meine eigene Disziplin, die
Astronomie, speziell die Kosmologie, und die Physik als Beispiele heranziehe.
Der Zufall in der Astronomie,
G.Börner, März 1998, Acta Leopoldina, Halle
Der Zufall in der Astronomie zeigt sich häufig ganz direkt in der Art, wie unbeabsichtigt aufregende
Entdeckungen gemacht werden, sobald ein neues Instrument benützt wird. Als Beispiele seien hier nur
genannt, die Entdeckung der "Fluchtbewegung der Spiralnebel" durch Hubble, die Auffindung der Pulsare
oder der Quasare, oder auch die überraschende Entdeckung eines kosmischen Labors für die Allgemeine
Relativitätstheorie, des Binärpulsars PSR 1913+16 (Hulse and Taylor 1974).