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Thomas Ertl und Chia-Yu Hu erhalten Kippenhahn-Preis 2015

5. Juli 2016

Anfang Juli wurden die beiden jungen MPA-Wissenschaftler Thomas Ertl und Chia-Yu Hu mit dem Kippenhahn-Preis 2015 für die beiden besten, von einem Studenten geschriebenen wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet: Thomas Ertl für seine Veröffentlichung "A two-parameter criterion for classifying the explodability of massive stars by the neutrino-driven mechanism" und Chia-Yu Hu für seine Arbeit "Star formation and molecular hydrogen in dwarf galaxies: a nonequilibrium view ".

Der Preis wurde 2009 zum ersten Mal verliehen und ist nach Prof. Rudolf Kippenhahn, dem ehemaligen Direktor des MPA benannt. Damit will das Institut Nachwuchswissenschaftler motivieren, eine gute Publikation zu schreiben. Kriterien für den Preis sind, dass der Student, Erstautor ist und wesentlich zu den wissenschaftlichen Ideen, Berechnungen und Analysen beigetragen hat, sowie das Paper größtenteils selbst geschrieben hat. Das Preiskomitee für 2015 erhielt fünf Vorschläge und war von der Qualität der Arbeiten beeindruckt. Nach sorgfältiger Prüfung kamen sie zu der Entscheidung, den Kippenhahn-Preis an zwei Gewinner zu vergeben.

MPA-Direktor Eiichiro Komatsu überreicht Thomas Ertl die Urkunde für den Kippenhahn-Preis 2015. Bild vergrößern
MPA-Direktor Eiichiro Komatsu überreicht Thomas Ertl die Urkunde für den Kippenhahn-Preis 2015.

Thomas Ertls Veröffentlichung "A two-parameter criterion for classifying the explodability of massive stars by the neutrino-driven mechanism" stellt ein neuartiges Kriterium vor, um das endgültige Schicksal von massereichen Sternen vorherzusagen - entweder den Kollaps zu einem Schwarzen Loch oder die Entstehung eines Neutronensterns begleitet von einer Supernova Explosion. Auf der Grundlage von Simulationen für Sternkernkollaps und Neutrino-angetriebene Explosionen, die er für ein hunderte Sterne unterschiedlicher Massen und Metallizitäten durchgeführt hatte, entdeckte Thomas, dass zwei Parameter, nämlich die eingeschlossene Masse und der entsprechende Gradiente an der Grenze zwischen der Siliziumschicht und der mit Sauerstoff angereicherten Silizium-Hülle, gemeinsam ausgezeichnet als Indikatoren für die "Explosionsfähigkeit" eines Sterns herangezogen werden können.

Auch dem zweiten Preisträger Chia-Yu Hu gratuliert Eiichiro Komatsu. Bild vergrößern
Auch dem zweiten Preisträger Chia-Yu Hu gratuliert Eiichiro Komatsu.

Mit seiner Arbeit "Star formation and molecular hydrogen in dwarf galaxies: a nonequilibrium view" macht Chia-Yu Hu einen großen Schritt nach vorn zum besseren Verständnis der Sternentstehung in Zwerggalaxien. Seine selbstkonsistenten numerischen Simulationen zeigen die Auswirkungen einzelner Supernova-Explosionen, der photoelektrischen Heizung sowie von Staub auf die chemo-dynamische Nichtgleichgewichtsstruktur des interstellaren Mediums und erreichten eine bisher nicht dagewesene Auflösung und physikalischen Realismus. Chia-Yu war in der Lage zu zeigen, dass das kalte und dichte Gasreservoir für die Sternentstehung in Zwerggalaxien durch atomaren Wasserstoff und nicht von H2 dominiert wird. Ihre Sternentstehungsraten werden hauptsächlich durch das Feedback von Supernovae bestimmt.

 
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